Jeder Schritt eine Demütigung
Joggen gehen nach langer Zeit fühlt sich alles andere als gut an.
Wenn man keinen Sport macht und zudem noch in die Jahre und die Kilo kommt, fallen einem bestimmte Sachen einfach deutlich schweren – zum Beispiel das eigene Körpergewicht.
Ich kann mich noch an früher erinnern! Die gute alte Zeit, als ich noch Leistungssportler war. Zum Frühstück 5 bis 8 Nutella-Brötchen, denn kurz 90km Radfahren, Mittagessen, kurzes Schläfchen und Abends dann entweder nochmal 12 bis 20km laufen oder 2h Schwimenn (müssen ca. 4km gewesen sein). Die Waage blieb immer schön unter 65kg und irgendwie schien alles leicht und schön zu sein.
Heute sieht das anders aus. Die Waage steht bei knapp 30kg mehr und manchmal bin ich zu faul zum DVD-Regal zu gehen und leih mir den Film, den ich eigentlich besitze, bei iTunes aus. Es ist ja nicht so, dass ich meine Zeit mit Unsinn verbringe, aber zum Sport machen fehlt irgendwie immer Zeit.
Endlich sollte es mal wieder soweit sein. Kurze Hose und altes T-Shirt an und den guten alten Laufschuhe mal wieder ausführen. Die waren schon leicht mit Spinnweben bedeckt. Schon der Weg die Treppe runter und zu den Mülltonnen war komisch. Die ersten Meter dachte ich, dass ich irgendwie am Strand laufe. Trotz aller Mühen schien das Tempo zu fehlen. Dann gehen wir es eben langsam an.
Bei dem langsam Angehen ist dann auch ein langsam Bleiben geworden. Na egal. Mein Kopf hat insgesam ein wenig Klarheit erlangt und irgendwie fühlt man sich nach 30min ganz gut – außerdem schmeckt das Nutella-Brötchen dann auch gleich viel viel besser

