Leben & Arbeiten

VEB Opel

Ist die Rettung von Opel tatsächlich eine Rettung?

Opel scheint gerettet. Ganz persönlich glaube ich allerdings, dass diese Rettung keine wirkliche Rettung ist. Ich schreibe diesen Artikel nur, damit ich in 1 bis 2 Jahren sagen kann: “Ich habe es Euch doch gesagt.”

Bei dem ganzen Thema Opel gefiel mir die Meinung des Wirtschaftsministers am besten. Er wollte Opel kontrolliert in die Insolvenz führen. Das hätte nicht zwangsläufig bedeutet, dass alle Werke geschlossen werden und es nie wieder Autos aus Rüsselsheim, Eisenach oder Bochum gibt. Nein, man hätte vielmehr Chancen gehabt neu anzufangen.

Jetzt, wo es ganz danach aussieht, dass Magna Opel übernimmt, ist immer noch nicht gesagt, dass alle Standorte erhalten bleiben. Die ewigen Diskussion haben dem Staat mittlerweile mehr als 1,5 Milliarden Euro gekostet. Das sind 1.500 Millionen Euro. Damit hätte man allen 55.000 Opel-Mitarbeitern 6 Jahre lang Hartz IV zahlen können. Wenn man davon ausgeht, dass eine Universität ca. 20 Mio Euro pro Jahr benötigt, hätte man damit 75 Jahre lang Studenten ausbilden können. Volkswirtschaftlich gesehen wäre das allemal nachhaltiger.

Ich glaube nicht, dass Opel eine strahlende Zukunft hat. Die Erwartung der Bürger und Opel-Mitarbeiter sind sehr hoch gesteckt. Fakt ist doch wohl, dass auch Magna mit Opel irgendwann Geld verdienen will. Momentan wird das wohl alles andere als einfach. Warten wir mal ab was das bringt. Ich glaube ehrlich gesagt nicht an ein Happy End.

PS: Für diejenigen die die Abkürzung VEB nicht (mehr) kennen: Das bedeutet Volkseigener Betrieb.



3 Kommentare

  1. Klaus sagt:

    Ich verstehe bis heute nicht wieso jeder denkt Opel “retten” zu können. Nicht falsch verstehen – aber Opel verkauft einfach nicht genug. Das sind normale Wirtschaftsgesetze dass eine Firma die nicht genug verkauft auf kurz oder lang Leute entlassen muss und schrumpfen wird. Selbst wenn sie einen Käufer haben, so bringt Opel derzeit nicht genug ein um ihre eigenen Ausgaben zu decken. Sie brauchen also ewig einen Investor. Somit ist es utopisch zu glauben Opel mit allen Mitarbeiten retten zu können – nein es ist schon fast Dummheit.
    GM ist nun in der geilen Lage dass der Staat und ein Investor Kohle wie Hund in Opel pumpen um sie künstlich am Leben zu halten. GM profitiert schon immer von der Ingenieursarbeit von Opel und das wird in Zukunft nicht anders sein – nur das GM kein Geld mehr in Opel stecken muss.

    Aber solange die Politiker kurz vor den Wahlen sagen können “Auch die Politik hat ihren Beitrag geleistet” ist ja alles gut.

    Somit wirst du in ein paar Jahren sagen können: “Ich hatte recht” :-)

  2. kl3tte sagt:

    @Klaus: Ich sehe das ganz genauso! Opel zum Wahlkampfthema zu machen, wird wohl leider nicht ausbleiben.

  3. Ramin sagt:

    Gesucht: Investor. Möchte einen Konzern mit 55000 Angestellten gründen, um mich gegen jegliches unternehmerische Risiko abzusichern.

    Wenn’s gut geht werd ich Milliardär. Wenn nicht, kann ich immernoch ein paar Millionen hier und da abzwacken. Und dann kann die Regierung einspringen und nochmal 55000 Arbeitsplätze retten. Ach, was sag ich, machen wir doch gleich 500000! Wir müssen zusammenhalten, in diesen Zeiten, wir sitzen doch alle in einem Boot!

    Basti, machste mit? Brauche noch kreatives Potential zwecks Namensfindung. Im Moment fällt mir nichts besseres als “Von Wegen” ein.

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