Lernen und Erfahrungen
Es gibt eine Frage die ich mir oft stelle: Wie lernt man am Besten, oder wie vermittelt man anderen nachhaltig Dinge?
Nun, ich glaube garnicht! Am Besten lernt man, wenn man mal selber so richtig auf die Fresse fliegt. Wenn man sich die Hand verbrennt oder sich schneidet, dann passt man beim nächsten Mal mit Sicherheit mehr auf. Wahrscheinlich ist es in der Natur des Menschen, erstmal selber schlechte Erfahrungen machen zu müssen, bevor man Dinge einsieht versteht.
Man sollte aber nicht vergessen, dass diese “Nörgler” oder “Besserwisser” möglicherweise schon jahrelang Schmerzen ertragen mussten. Deswegen mein Spruch des Sonntags heute:
Lernen durch Schmerzen (Ohne Autor)
Ich sehe es ja ein, etwas mager als Spruch. In diesem Sinne: Keep on learning!


Ich glaube nicht, daß man erstmal “selber so richtig auf die Fresse” fliegen muß, um zu ‘lernen’. Lernen kann man immer etwas, manche tun’s aber auch nie. Zuweilen muß auf-die -fresse-fliegen aber auch einfach mal sein, um etwas zu kapieren. Diese oder jene Erfahrung muß man eben einfach selber machen, auch wenn’s weh tut. Wäre das denn für dich eine schlechte Erfahrung?
Ich glaube ich habe die Frage nicht ganz verstanden und versuche mal die Sachen zu beantworten die ich möglicherweise Verstanden habe:
Ich stimme natürlich zu, dass man irgendwie immer lernen kann. Die Frage ist natürlich, wie geht bzw. schlecht das “Wissen” aufgenommen wird. Typischerweise vergisst man Schulstoff allerspätestens wieder nach der Klausur.
Andere Dinge, die von Eltern oder Freunden kommen, sind durchaus “schwerer” aufzunehmen. So Sachen wie: “Immer mit dem Messer von sich weg schneiden” oder “die Herdplatte ist heiss” hört man zwar, nimmt man aber häufig nicht auf. Man wird erst dann wirklich vorsichtig, wenn man sich mal richtig böse geschnitten und verbrannt hat (jedenfalls die Meisten).
Mit Tips bzgl. Verhalten ist das dann noch ungleich schwerer, weil da viele persönliche Erfahrungen und feste Meinungen etc. mitspielen. So Dinge wie “Hör auf dir deine Wunden aufzukratzen” (als gut gemeinter Rat) macht man wohl erst dann, wenn man mal eine große Narben und starke Schmerzen selber davonträgt.
Ich meine damit, Sachen die einem sehr weh tun (körperlich, finanziell, geistig und auf der Gefühlsebene) bleiben einfach hängen und man wird dann sehr sehr vorsichtig. Man ändert (hoffentlich) sein Verhalten und lernt! Das sind alles durchaus schlechte Erfahrungen, die ich persönlich mir lieber erspart hätte.
Wenn man nun versucht die Erfahrungen anderen zu vermitteln ist dies schwer, obwohl man diesen Menschen vielleicht einfach liebt und ihm diese Erfahrungen ersparen möchte — insbesondere dann, wenn die Sachen falsch ankommen und von Anfang an dagegen ein Schutzschild aufgebaut wird.
Ich hoffe das ich ein Paar Dinge halbsweg klar gemacht habe.
Man kommt nicht drum ‘rum, Erfahrungen zu machen. Ob diese Erfahrungen jetzt schön oder schlecht, angenehm, überraschend oder unangenehm sind, wichtig ist doch nur, was man draus macht; oder ‘lernt’ eben.
Zu deinem Beispiel “kratz’ dir das nicht auf”, respektive “tu’ dies nicht”, “mach’ das doch so oder so”, fällt mir spontan mal dazu ein: vielleicht wär’s ja mal ganz angebracht, zu fragen und verstehen zu wollen, warum derjenige dieses oder jenes so oder so tut. Stets im Imperativ (Befehls- oder Aufforderungsform) zu sprechen, kommt beim Gegenüber meist nicht so gut an.
Könnt’ ich mir jetzt einfach mal so vorstellen
Woher nimmst du bitte die Weisheit zu entscheiden, welche Erfahrungen jemand machen darf, und welche nicht? Möchtest du so behandelt werden? Wie gesagt, man kann Erfahrungen zu machen eh nicht verhindern, welche Schlüsse daraus gezogen werden, darauf kann man dagegen schon Einfluß nehmen.
Wenn jemand ein Schutzschild, eine Mauer oder sonstewas aufbaut, wird er ihn wohl auch brauchen; fragt sich nur, wogegen er sich meint, schützen zu müssen.
Hm, soll halt jeder so machen, wie er’s für richtig findet.
Außerdem: Ratschläge sind auch Schläge!
Entschuldige bitte, aber ich sehe das nicht so. Ratschläge sind eine Bereicherung und man kann froh sein Ratschläge zu bekommen. Außerdem haben Ratschläge, anders als Regeln, keine Anspruch darauf angenommen zu werden. Sie haben lediglich einen Hinweischarakter.
Wenn ich den Ratschlag bekomme einen Artikel hier oder dafür zu schreiben, oder mich da und dort zu bewerben, dann ist das sehr positiv.
Zu dem Befehlston von oben möchte ich hinzufügen, dass ich in den meisten Fällen ein sehr ruhiger Typ bin. Wenn ich also in eine Art Befehlston übergehe, dann gingen dem viele Bitten voraus. In vielen langen und engen sozialen Beziehungen ist darüber hinaus vollkommen klar, was es bedeutet wenn man so und so redet, d.h. ein “Befehlston” ist in der Regel weder so gemeint und wird in den allermeisten Fällen auch keineswegs so verstanden. In frischen sozialen Beziehungen ist das häufig ein Problem. Für viele Menschen wirke ich auf den ersten Kontakt immer sehr arrogant und eingebildet — in den meisten Fällen und bei Menschen die mich wirklich gut kennen, gibt sich das aber wieder oder sie lernen mich auch von einer anderen Seite kennen. So wie man nach außen wirkt, hat nichts (aber auch garnichts) damit zu tun wie man ist…. naja
>>So wie man nach außen wirkt, hat nichts (aber auch garnichts) damit zu tun wie man ist…. naja
klingt etwas merkwürdig, wie ich finde